Sehenswürdigkeiten und Städtereisen in Deutschland

Deutschland wird als Reiseziel immer beliebter, sowohl bei internationalen Touristen als auch bei den Deutschen selbst, und das zu Recht, denn die Bundesrepublik hat viel zu bieten. Von der Nordsee bis zu den Alpen gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die man besichtigt haben sollte. Viele verbinden dabei ihre Sightseeing-Tour mit einer Städtereise und praktischerweise finden sich in allen großen deutschen Städten hinreichend attraktive Ausflugsziele, die den Besuch lohnenswert machen. Allerdings soll der Blick nicht nur auf die Großstädte geworfen werden, denn auch kleinere Orte sind bei Touristen beliebt. Begleiten Sie uns also auf der Deutschlandreise von Nord nach Süd, bei der alle bedeutsamen Städte mit ihren Sehenswürdigkeiten vorgestellt werden. In einem Ranking ganz am Ende finden Sie schließlich die Top Ten der Ausflugsziele in Deutschland.

Reiseziele im Norden Deutschlands

Hoch im Norden liegt die zweitgrößte deutsche Stadt, die schöne Hansestadt Hamburg. Die Stadt an der Alster ist geographisch günstig gelegen und nicht umsonst stellt der Hamburger Hafen, der auch das „Tor zur Welt“ genannt wird, einen Ort dar, der die Touristenströme magnetisch anzieht. Unzählige Schiffe können an Deutschlands größtem Seehafen bestaunt werden. Im Nordosten des Hamburger Hafens befindet sich eine weitere Sehenswürdigkeit, die unter Denkmalschutz stehende Speicherstadt. Der auf Pfählen stehende Lagerhauskomplex wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut und wird 2015 der deutsche Vorschlag für die Eintragung der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes werden. Das maritime Flair Hamburgs erlebt man auch an der Außen- und Binnenalster.

Um diesen relativ zentral gelegenen Stausee, der u.a. von Hotels und Geschäftsgebäuden umrahmt wird, ziehen sich nicht nur jede Menge Rad- und Fußwege; von der Lombardsbrücke hat man auch einen hervorragenden Blick auf die wichtigsten Kirchen sowie das Hamburger Rathaus, im Volksmund Michel genannt. Außerdem sollte auf jeder Sightseeing-Liste eines Besuchers der (nicht nur bei den waschechten Hanseaten beliebte) Hamburger Fischmarkt stehen: Traditionsgemäß können Sie dort am Sonntagmorgen frischen Fisch erwerben, das märktische Treiben wird zudem noch mit Live-Musik untermalt, was für eine besondere Atmosphäre sorgt. Darüber hinaus sind die Michaeliskirche, das Mahnmal St. Nikolai (Kirchenruine) und das Schanzenviertel einen Besuch wert. Wer möchte, kann natürlich auch einen Spaziergang über Hamburgs „sündige Meile“, die Reeperbahn, wagen.

Steht unter Denkmalschutz: Die Hamburger Speicherstadt

Die Speicherstadt im Nordteil des Hamburger Hafens ist ein Lagerhauskomplex
Foto: muscha /pixabay

Um eine Städtereise in die deutsche Hauptstadt kommt keiner vorbei, wenn er den Charakter und die Geschichte der Bundesrepublik vor Ort erleben will. Auf den Spuren der jüngeren Vergangenheit wandeln können Sie, wenn Sie sich zum Wahrzeichen Berlins, dem Brandenburger Tor begeben, welches rund 200 Jahre alt ist. Während der beiden Weltkriege wurde es schwer beschädigt, bekannt ist es international vor allem als Schauplatz der Maueröffnung im November 1989. Ein weiterer Zeitzeuge für die deutsche Geschichte ist die Berliner Mauer, Reste von ihr sind nach wie vor zugänglich und erinnern mahnend an die Teilung Deutschlands. Ähnlich verhält es sich beim früheren Grenzübergang Checkpoint Charlie, der ebenfalls zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Berlins zählt.

Ein weiteres Mahnmal ist die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, welche im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde. Diese liegt übrigens direkt an der Flaniermeile Nummer eins, dem Kurfürstendamm, der als Lebensader der Hauptstadt gilt. Als Symbol des Preußentums und des norddeutschen Protestantismus hingegen fungiert der Berliner Dom, der im Stile des Barock erbaut wurde. Wieder ins 21. Jahrhundert versetzt fühlt man sich hingegen auf dem Alexanderplatz, der seit jeher für sein hektisches Treiben bekannt ist und als einer der lebendigsten Plätze Berlins gilt.

Unumgänglich für alle Touristen ist der Reichstag, die meistbesuchteste Sehenswürdigkeit der Stadt an der Spree. Er beherbergt den deutschen Bundestag, welcher von der gläsernen Reichstagskuppel aus hinlänglich bestaunt werden kann. Zudem besteht die Möglichkeit, an Sitzungen des Parlaments teilzunehmen. Kulturell Interessierte kommen auf der Museumsinsel auf ihre Kosten, hier haben unter anderem die Alte Nationalgalerie und das berühmte Pergamonmuseum ihren Sitz. Ein weiteres Wahrzeichen Berlins ist das Rote Rathaus, welches seinen Namen durch die Fassadengestaltung mit roten Ziegelsteinen erhielt. Die wichtigsten Berliner Sehenswürdigkeiten seien hiermit aufgezählt, allerdings ließe sich die Liste noch lange fortsetzen.

Sitz des Deutschen Bundestages ist der Berliner Reichstag

Der Reichstag in Berlin ist ein Touristenmagnet
Foto: PeterDargatz /pixabay

Eine weitere Hansestadt lockt ihre Besucher zu einer Städtereise: Bremen. Seit über zehn Jahren gehören das Rathaus und der davor stehende Roland (die Statue stellt Roland, den angeblichen Neffen Karls des Großen dar) zum UNESCO-Weltkulturerbe. Rund um den Marktplatz befinden sich weitere imposante Bauwerke und in der reizvollen Altstadt wartet u.a. der romanische Dom auf. Zudem steht eine ganze Straße, die Böttcherstraße, unter Denkmalschutz. Sämtliche Gebäude der nur 100 Meter langen Straße wurden im Stile des Expressionismus erbaut.

Ebenfalls auf der Weltkulturerbeliste des UNESCO steht das an der Ostsee gelegene Städtchen Wismar. Bereits im 13. Jahrhundert trat es der Hanse bei und bis heute ist das historische Stadtzentrum gut erhalten. Besonders sehenswert sind der große Marktplatz, zahlreiche gotische Backsteinkirchen und der Alte Hafen, der mit seinen historischen Speicherhäusern und Segelbooten an schwelgerische Seefahrerträume erinnert. Wenn Sie eine Städtereise nach Wismar planen, erwägen Sie, ob Sie die Sommermonate wählen, denn zu den romantischen Badestränden der Ostsee ist es nicht weit…

Sehenswürdigkeiten in Mitteldeutschland

Befragt man ausländische Touristen zu ihren Top-Zielen für eine deutsche Städtereise, wird sehr häufig Dresden genannt. Die Übernachtungszahlen sprechen hierbei eine deutliche Sprache, in den letzten Jahren wurde ein Rekord nach dem anderen gebrochen. In der Tat hat das „Florenz an der Elbe“ einiges zu bieten. Obgleich die Altstadt während des Zweiten Weltkriegs stark zerstört wurde, begann bereits wenige Jahre nach Kriegsende ein beispielloser Wiederaufbau. Zu den Besuchermagneten gehört zweifelsohne die Dresdner Frauenkirche. Der protestantische Sakralbau gehört zum Wahrzeichen der ehemaligen Hauptstadt des Königreichs Sachsen und besitzt eine der größten steinernen Kirchenkuppeln nördlich der Alpen. Überhaupt ist die Liste der Dresdner Kulturdenkmale lang. Die Semperoper, das Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Opernhaus der Sächsischen Staatsoper Dresden, gehört ebenso dazu wie der Dresdner Zwinger, ein ausladender Gebäudekomplex mit Gartenanlagen, der als Gesamtkunstwerk aus Architektur, Skulptur und Malerei bezeichnet werden kann und das wohl bekannteste Baudenkmal Dresdens ist.

: Dresden wird wegen seiner Lage auch „Florenz an der Elbe“ genannt

Beeindruckender Blick auf die prachtvolle Dresdner Altstadt
Foto: Reiselustiger33 /pixabay

Die Besonderheit an der Dresdner Altstadt ist, dass sich alle bedeutenden Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Entfernung voneinander befinden. Dazu zählt auch die Hofkirche, die zusammen mit der Semperoper und dem Zwinger den Theaterplatz umrahmt. In der Innenstadt liegt zudem ein berühmter Renaissancebau, das Residenzschloss Dresden. Bis ins 19. Jahrhundert war es Stammsitz der sächsischen Kurfürsten und Könige. Die sächsische Landeshauptstadt liegt unmittelbar an der Elbe und neben der Stadtbesichtigung ist daher auch ein Ausflug in die nahe Umgebung lohnenswert: Im Jahre 2004 wurde das Dresdner Elbtal in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Elbwiesen und Flussbögen machen es zu einer beeindruckenden Kulturlandschaft.

Gleichfalls im Osten Deutschland befindet sich ein kleines Städtchen, das allen Literaturinteressierten ein Begriff sein dürfte: die Goethe-Stadt Weimar. Sie kann auf eine Geschichte bis ins 9. Jahrhundert zurückblicken. Einem größeren Publikum wurde sie aber als Ort der „Weimarer Klassik“ bekannt: Zahlreiche deutsche Schriftsteller wie Goethe, Herder, Schiller und Wieland wirkten hier. Daher ist das Goethe-Schiller-Denkmal, ein bronzenes Doppelstandbild der beiden Dichter, für das Stadtbild prägend. Es befindet sich vor dem Deutschen Nationaltheater. Besichtigt werden können auch die Wohnhäuser von Schiller und Goethe. Wer genug von den Literaten hat, dem sei ein Besuch des Weimarer Rathauses und des Stadtschlosses, welches sich am Ende des Ilmparks befindet, ans Herz gelegt.

Sie darf sich mit dem Titel der ältesten deutschen Stadt schmücken: Trier. Vermutlich im Jahre 16 v.Chr. wurde sie unter dem Namen „Augusta Treverorum“ von den Römern gegründet. Sie begeben sich mit einer Städtereise nach Trier somit gewissermaßen in die früheste Geschichte, was auch an allen Ecken und Enden entdeckt werden kann: Die römischen Baudenkmäler bestehen u.a. aus der Porta Nigra, einem ehemaligen Stadttor, welches das Wahrzeichen der Stadt darstellt, der Konstantinbasilika, die als Audienzhalle für die römischen Kaiser genutzt wurde, dem Amphitheater, der Römerbrücke (die älteste Brücke Deutschlands) sowie aus den Barbara- und Kaiserthermen, zwei römischen Badeanlagen. All diese Bauwerke zählen seit fast drei Jahrzehnten zum Weltkulturerbe der UNESCO. Geschichtlich Interesseierten ist eine Reise nach Trier auf jeden Fall zu empfehlen.

Auch Köln gilt als eine der ältesten deutschen Städte, ihre Spuren führen ebenfalls in die Römerzeit. Die Stadt am Rhein ist die viergrößte in der Bundesrepublik und besitzt die bei den Deutschen wohl beliebteste Sehenswürdigkeit: den Kölner Dom. Das zweithöchste Kirchengebäude Europas wurde im Stile der Gotik vom 12. bis ins 15. Jahrhundert hinein erbaut und zählt seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das monumentale Bauwerk war und ist prägend und identitätsstiftend für Köln, obgleich die Stadt noch mit weiteren sehenswerten Denkmälern aufwarten kann. Der Römerturm ist ein gut erhaltener Rest der ehemaligen römischen Stadtmauer, imposant ist auch das Historische Rathaus, dessen Baugeschichte rund 800 Jahre zurückdatiert werden kann. Bei Ihrem Stadtrundgang können Sie weitere zahlreiche Stadttorburgen, etwa die Eigelsteintorburg, bewundern. Auch der Besuch von Stadtvierteln wie der Südstadt und dem Belgischen Viertel, das insbesondere durch seine Patrizierhäuser besticht, kann dem Besucher nahegelegt werden.

Reiseziele und Städtereisen in Süddeutschland

Auch der Süden Deutschlands kann mit vielen schönen Städten und Sehenswürdigkeiten aufwarten. Den größten unzerstörten historischen Stadtkern besitzt die Stadt Bamberg. Da es auf sieben Hügel erbaut wurde, trägt es den Beinamen „Fränkisches Rom“. Reizvoll ist die Altstadt vor allem aufgrund ihrer Bauwerke wie dem Dom, der Alten Hofhaltung, welche ehemals Sitz des Fürstbischofs war – dazu zählt auch die denkmalgeschützte Neue Residenz. Das Wahrzeichen Bambergs, die Altenburg, ist eine mittelalterliche Höhenburg und beeindruckt durch ihre gefällige Lage. Seit 1993 ist die Stadt in das Weltkulturerbe der UNESCO eingetragen.

Heidelberg schmückt sich mit dem Titel „Barockstadt“

Das Heidelberger Schloss gilt als berühmteste Ruine Deutschlands
Foto: otti1974 / pixabay

Eine der berühmtesten Ruinen Deutschlands ist das Heidelberger Schloss. Die Schlossruine ist das Wahrzeichen der am Neckar gelegenen Stadt Heidelberg. Das auf einer Anhöhe, dem „Königsstuhl“ gelegene Schloss aus rotem Sandstein dominiert das Stadtbild. Die Altstadt Heidelbergs verdient die Bezeichnung Barockstadt und ist übrigens eine der wenigen deutschen Städte, die im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört wurden. Eine wichtige Sehenswürdigkeit ist die Alte Brücke, welche Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde und über den Neckar führt. Die gotische Heiliggeistkirche ist die berühmteste Kirche der Stadt. Ein Blickfang ist zudem das Rathaus mit dem sich davor befindendem Herkulesbrunnen. Des Weiteren ist Heidelberg Sitz der ältesten deutschen Hochschule.

Die Kleinstadt Rothenburg ob der Tauber ist eine der bekanntesten Städte Deutschlands. Dies liegt natürlich nicht an ihrer überschaubaren Größe, sondern an ihrer weitgehend erhaltenen mittelalterlichen Altstadt inklusive Stadtbefestigung, die sie zu einer Touristenattraktion macht. Zahlreiche Tore, etwa das Sieberstor und eng gewundene Gassen prägen das Stadtbild ebenso wie die Türme in der Stadtmauer und die Fachwerkhäuser. Kunstgeschichtlich bedeutsam ist die gotische Stadtkirche Sankt Jakob mit dem berühmten Riemenschneider-Altar. Bedeutendswert ist auch die hohe Anzahl an Museen, darunter das Kriminalmuseum und das Deutsche Weihnachtsmuseum.

Das Mittelalter ist in Rothenburg ob der Tauber allgegenwärtig

Eine der bekanntesten Kleinstädte Deutschlands: Rothenburg ob der Tauber
Foto: montemari / pixabay

Eine weitere Perle unter den süddeutschen Städten ist Regensburg. Sie ging aus einem römischen Legionslager hervor und hieß ursprünglich „Castra Regina“. Die Stadt an der Donau beherbergt Bauten aus drei Jahrtausenden, darunter die Steinere Brücke (sie wurde vor über 800 Jahren errichtet) und die Porta praetoria (Gut erhaltenes römisches Stadttor). Zurückzuführen auf ein einstiges Römerkastell ist Regensburg eine der ältesten Städte Deutschlands. Auch Karl der Große war einst dort. Neben dem gotischen Dom können Bauten wie das Alte Rathaus und Schloss Sankt Emmeran besucht werden, welches bis heute Sitz des Fürstenhauses Thurn und Taxis ist.

Zu guter Letzt sei noch auf Schloss Neuschwanstein im Allgäu hingewiesen. Das als Ritterburg konzipierte Bauwerk im Auftrag des „Märchenkönigs“ Ludwigs II. zieht alljährlich unzählige Touristen an und ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Hier verbinden sich prachtvolle Architektur und die landschaftliche Schönheit der Alpen in äußerst harmonischer Weise. Nicht nur die Außenansicht, auch das Innere des Schlosses bringen manch einen ins Schwärmen und Träumen.

Die zehn Top-Sehenswürdigkeiten in Deutschland

Um Ihnen die absoluten Highlights der Sehenswürdigkeiten in Deutschland noch einmal kompakt darzustellen, findet sich im Folgenden ein Ranking zu den Top Ten der Ausflugsziele, die man irgendwann im Laufe der Zeit einmal gesehen haben sollte.

  • Platz 10: Weimar mit Goethe-Schiller-Denkmal und Deutschem Nationaltheater
  • Platz 09: Schloss Neuschwanstein
  • Platz 08: Hamburger Hafen und Alster
  • Platz 07: Historische Altstadt Wismar
  • Platz 06: Regensburger Dom und Altstadt
  • Platz 05: Kölner Dom
  • Platz 04: Rothenburg ob der Tauber mit mittelalterlicher Befestigung
  • Platz 03: Berliner Reichstag
  • Platz 02: Heidelberger Schloss
  • Platz 01: Dresdner Altstadt mit Semperoper, Zwinger und Residenzschloss